Sozialpsychologie : Der Luzifer-Effekt: Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen

Der Luzifer-Effekt: Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen

EUR 39,95


Er ist der Vater des legendären Stanford Prision Experiment von 1971. In dem spektakulären Rollenspiel wurden damals aus ganz normalen Studenten brutale Aufseher. Mehr als 30 Jahre später und nach intensiver Forschungsarbeit erklärt Philip Zimbardo in Der Luzifer-Effekt, was anständige Menschen dazu bringt, sich in sadistische Quäler zu verwandeln. Die Gefangenen haben zu schweigen während der Ruhezeiten... Sie müssen zu den Essenszeiten und nur dann essen... Jeder Verstoß gegen Vorschriften kann bestraft werden. Die Gefangenen erhalten Nummern und müssen zu Zählappellen antreten. Es ist ein rigides Regime von Vorschriften. Autoritäres Verhalten der Wärter wird vom Leiter des Experiments gelobt. Verstöße werden mit der Haft in der Isolierzelle geahndet, einer den Zellen gegenüber liegenden Abstellkammer, die das Loch genannt wurde. Für die Wärter schließlich gab es Trillerpfeifen, Schlagstöcke und trendige Sonnenbrillen. Es sei, so der Autor, faszinierend, wie der Zweck der Appelle sich allmählich vom Rekapitulieren und Aufsagen der Häftlingsnummern zur Demonstration der totalen Macht der Wärter über die Häftlinge entwickelt. Die Situation entgleist schließlich und muss abgebrochen werden. Allerdings nicht auf die Initiative des Versuchsleiters hin. Zimbardo muss erst von einer damaligen Doktorandin, seiner späteren Ehefrau, gedrängt werden, so sehr hat er sich schon in einen eigenen Machtrausch gesteigert. Der Erfinder des vielleicht berühmtesten sozialpsychologischen Experiments der Welt schreibt aus der Ich-Perspektive im Stile einer Reportage. Das ist anschaulich und gut verständlich. Das Stanford Prison Experiment nimmt so Gestalt an: die Gestalt seines Erfinders und Leiters bzw. die der Teilnehmer. Es wird nur allzu deutlich: Wir alle können zu hilflosen Opfern oder willigen Vollstreckern werden - je nach dem, welcher Gruppe wir in einem solchen Experiment zugeteilt werden. Seine besondere Sprengkraft entwickelt dieses Buch durch die kontinuierliche Bezugnahme auf das berühmt-berüchtigte Abu-Ghraib-Gefängnis in Bagdad, in dem Wärter die Gefangenen auf sadistische Weise quälten. Der Autor hat die Umstände der dortigen Exzesse für die US-amerikanische Regierung als Gutachter untersucht. Neben der Dokumentation und Analyse der Ereignisse erläutert Zimbardo hier auch, wie sich derartige Eskalationen verhindern lassen. Ein aktuelles und wichtiges Werk - wissenschaftlich, kenntnisreich, mit unerbittlicher Schärfe. -- Dr. Stefan Rusche, Literaturtest

Der brave Bürger als schlummernde Bestie - bravo! - Sehr ausführlich und quellenreich beschreibt Herr Zimbardo das von ihm verantwortlich durchgeführte Stanford Prison Experiment. Auch andere sozialpsychologische Erkenntnisse wie z.B. die Milgram-Studie werden vorgestellt, um seine These zu belegen, dass der Mensch weit mehr von Umständen beeinflusst wird als er vermutet.Einen Punkt Abzug gebe ich dafür, dass der Inhalt meiner Meinung nach hätte kürzer präsentiert werden können.

Wahnsinnig Interessant! - Hallo,dieses Buch ist wahnsinnig interessant, und sollte zur Pflichtlektüre in Schulen werden.Es ist sehr erschreckend, wie total normale Menschen zu manipulieren sind und zu wahren Monstern werden können.Zum Buch selber ist zu sagen, dass das Kapitel Stanford-Prison-Experiment etwas zu langatmig geraten ist. Aber ansonsten absolut gelungen und alles sehr verständlich geschrieben.Man bekommt viele Antworten auf Fragen, die sich sicher jeder von uns schon gestellt hat ( Stichwort Adolf Hitler, Massenmörder)Absolut empfehlenswert!!




Der Luzifer-Effekt: Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen