Sozialpsychologie : Die Seele des Menschen: Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen

Die Seele des Menschen: Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen

EUR 7,50


Sehr gutes Buch! - Als Gegenstück zum Buch Die Kunst des Liebens ist dieses Buch zu verstehen. Die ersten vier Kapitel geben einen ausführlichen Blick darauf, was in der Psychoanalyse unter den Begriffen des Narzißmus, der Biophilie, der Nekrophilie usw. verstanden wird. Das fünfte, etwas schwierigere Kapitel behandelt die inzestuösen Bindungen im Menschen als Verquickung der ersten vier Kapitel. Schließlich, im fünften Kapitel, wird das Buch, zumindest für mich, eine Art Offenbarung. Die Zusammenführung des Determinismus, Alternativismus und der Freiheit als Überbegriff, ist Fromm auf geniale Weise gelungen. Lange ist es her, dass mich ein Buch dermaßen positiv erschüttert hat. Ich kann es jedem empfehlen, der auch nur das leiseste Interesse an der Psychologie und speziell an der Psychoanalyse hat.

Schaf oder Wolf? Frei oder nicht? - °In diesem Buch widmet sich Erich Fromm der Seele des Menschen, sowohl der individuellen als auch der von Gruppen und Gesellschaften. Dabei beschreibt er klar die beiden Pole, zwischen denen man sich Zeit seines Lebens bewegt: der Liebe zum Leben (Biophilie) oder zum Toten (Nekrophilie). Interessant dabei sind vor allem die vielen Beispiele, an denen Fromm anschaulich darstellt, wie erste Entscheidungen in die eine oder andere Richtung beispielsweise bereits im Kindesalter fallen können und weitere Entwicklungen nach sich ziehen. Verantwortlich ist der Mensch für sein Handeln, solange er die Wahlfreiheit zwischen beiden Alternativen noch hat und ein Bewusstsein dafür besteht. Entziehen kann sich kaum jemand seiner Umwelt – allerdings kann jeder ein Gespür entwickeln für lebensfeindliche Tendenzen – oder Wölfe im Schafspelz – und dem eigenen Gewissen gemäß handeln. Dazu lädt Fromm ein. Kein leichtes Buch und sicher nicht der allerbeste Einstieg in Fromms Werke. Seine Kunst des Liebens und Haben oder Sein sind vergleichsweise verständlicher und wesentlich näher am Alltagsleben dran, somit auch empfehlenswerter für einen Anfang. ~

genial und anwendbar - Was mir an Fromms Buch gut gefallen hat:- die Schreibweise - das Buch ist durchaus flüssig zu lesen und gut verständlich,wenn man zumindest einige Grundbegriffe der Psychoanalyse kennt.- der Praxisbezug - immer wieder hat sich mir die Frage aufgedrängt: ist das, was ich jetzt in diesem Moment gerade tue, eher biophil oder nekrophil. Die Antwort war oft erschreckend. Typischerweise erkennt der normale Neurotiker die nekrophilen Tendenzen zunächst natürlich in den Anderen, irgendwann kommt dann aber auch die Selbsterkenntnis, und damit die Lust auf mehr...Die Liste der Fromm-Bücher ist ja lang...- seine kritische Distanz zu Freud, Freudschen Schulen und Versuchen, ihn (Fromm) in eine dieser Schubladen einzuordnen.

Hat das Böse eine Chance? - Der bekannte Philosoph und Autor Erich Fromm setzt sich in diesem Werk mit der dunklen Seite des Menschen auseinander. Zum diesem Zweck definiert er im ersten Kapitel zunächst die Erscheinungsformen des Bösen nach drei Hauptgruppen, die Liebe zum Toten, den bösartigen Narzissmus und die symbiotisch-inzestuöse Fixierung. An diesen, der normalen Sprachwelt, zunächst nicht zugänglichen Begriffen merkt der Leser schnell, dieses Buch ist keine leichte Kost. Zwar ist die Sprache des Autors klar und deutlich, es mangelt auch nicht an zahlreichen anschaulichen Beispielen aus der Geschichte, aber der Text will nicht nur erlesen, sondern auch erarbeitet werden. Deshalb sind die Ausführungen eher als eine gebundene Universitätsvorlesung in Philosophie, als ein Lesebuch einzustufen.Nachdem die Begriffe und Ideen umfassend definiert wurden, wird es im letzten Kapitel sehr spannend: Ist der Mensch gut oder böse, ist er frei oder unfrei in seinem Handeln? Dies sind Fragen, die den Leser interessieren und beschäftigen. Sie sind aber auch so schwierig zu erschließen, das jeder Leser gleich erkennt, es kann hier keine absolut unantastbare Antwort geben. Dies weis auch der Autor und stellt gegen Ende des Buches die berechtigte Frage: „Nachdem wir nun die Neigung zum Guten und Bösen untersucht haben, stehen wir deshalb auf einem solideren Boden als im ersten Kapitel?Das Büchlein ist in sechs Kapitel unterteilt. Am Ende befindet sich ein Literaturverzeichnis und ein Register.

Fromm hat`s einfach drauf. - Fromm hat so viel verstanden über seine Arbeit als Psychoanalytiker, die theoretischen Grundlagen aus seinen Studien und vor allem aufgrund seiner Menschlichkeit. Mich beeindruckt seine Art zu schreiben, aufgrund seiner extremen Treffsicherheit. Er beschreibt etwas und trifft den Nagel auf den Kopf. Seine Argumentationskette ist sehr schlüssig und der Aufbau des Buches optimal strukturiert. Was dieser Mensch mit dem Inhalt dieses Buches vermittelt, ist nicht nur aufgrund der Folgerichtigkeit seiner Argumentation so beeindruckend, sondern was für meinen Geschmack ausschlaggebend hinzukommt ist seine positive Art zu denken und seine Empathie Menschen gegenüber. Er hat einige der übelsten Auswüchse, die bei einem Individuum in Erscheinung treten können verstanden und in diesem Buch erklärt. Doch er verdammt diese Menschen nicht, sondern versteht, er verliert darüber nicht den Glauben an den Menschen an sich, sondern ist fähig die Menschen realistisch zu sehen, wie sie sind und weiterhin Empathie für sie zu empfinden. Er ist sehr klar, in dem, was er erkennt. Mit seinen Büchern gab er sehr vielen Menschen die Möglichkeit, Einblick in sein Wissen zu erlangen. Keines der Bücher, die noch von ihm herausgegeben wurden übersteigt die 20-Mark-Grenze. Ich denke es ging ihm weniger darum, viel Geld mit seinen Büchern zu verdienen, als es vielen Menschen zu ermöglichen an seinem Wissen teilzuhaben.Das Buch ist sehr aufschlußreich und ist für jeden zu empfehlen, der sich für das Thema interessiert: zu was der Mensch als Individuum und in der Gruppe fähig werden kann, sind bestimmte Voraussetzungen gegeben etc. (Sicherlich wird man an der einen oder anderen Stelle - bleibt man ehrlich zu sich selbst - nicht daran vorüberkommen, auch sich selbst zu erkennen.)




Die Seele des Menschen: Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen