Sozialpsychologie : Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft

Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft

EUR 8,00


immer noch sehr lesenswert - Dieses Buch ist auch so viele Jahre nach seiner Erstveröffentlichung immer noch absolut lesenswert.Ein Autor mit prophetischen Fähigkeiten.Vieles klingt, als wäre es speziell für unsere jetzige Zeit geschrieben.Erich Fromm schlägt damals schon das bedingungslose Grundeinkommen vor.Unbedingt lesen.

Dieses Wissen muss man haben! - Erich Fromm gelingt es immer wieder, seinen tiefen humanistischen Einsichten durch einen einzigen didaktischen Kniff Deutlichkeit und Eindringlichkeit zu verleihen: dem Gegensatz. In seinem wohl bekanntesten Werk, der Kunst des Liebens ist es der Gegensatz zwischen Liebe und Macht, in diesem Buch der von Haben und Sein.Unter Haben und Sein versteht Fromm zwei gänzlich unterschiedliche Modi des Lebens, zwei unversöhnlich nebeneinander bestehende Seinsweisen, der eine entfremdet, mit der Welt und dem Leben unversöhnt, innerlich tot, stets begierdevoll strebend und dennoch nie Erfüllung erlangend, der andere, von innerer Kraft getragen, lebendig, mit dem Sein im Einklang, seinen Menschen und der Welt liebevoll zugewandt - Fromm erweist sich als Mystiker, der nur zufällig auch Psychoanalytiker war, und geht weit über das hinaus, was Freud unter einem gesunden Geist verstand.Die einzige Merkwürdigkeit bleibt bloß, dass all die psychologischen Erkenntnisse, die Fromm zusammenträgt, auch wieder nur im Modus des Habens vorgebracht werden, als ein Wissen, dass man zwar besitzen kann, dass man aber deshalb noch lange nicht in Sein umgesetzt hat.

Ein Meilenstein, den jeder lesen sollte! - Viel zu diesem Buch schreiben möchte ich jetzt nicht, denn es haben schon sehr viele andere Rezesenten es etwas beschrieben. Das erste mal durfte ich mich vor ca. 4 Jahren von diesem Buch verblüffeln lassen. Wer kennt schon den Unterschied zwischen Haben und Sein. Die ganze Welt sollte von diesem Buch erfahren. Nun denkt der Leser meiner Rezession, was schreibt er denn da, doch wie schon gesagt, es ist eine atemberaubende Beschreibung was uns Menschen überhaupt lenkt und bewegen sollte. Auf was wir uns im Leben wirklich konzentrieren sollten. Während des Lesens dieses Buches, wird immer wieder eine neue Tür in eine neue Denkweise des Lebens bzw. der Natur geöffnet. Vielleicht hört sich das jetzt etwas drastisch an, doch ich habe noch keinen Menschen kennen gelernt der wirklich so lebt, wie Erich Fromm es beschreibt. Was noch anzumerken ist, ist die Tatsache, das Haben oder Sein nur eines von vielen genialen Büchern von dem Autor sind! Es ist neben Die Kunst des Liebens das berühmteste. Traurig, dass viele Menschen überhaupt nicht lesen können, noch trauriger ist es jedoch, dass viele Menschen die es in der Schule oder zuhause gelernt haben es nicht möchten bzw. sich darüber freuen, sie wissen gar nicht was ihnen da entgeht. Die Welt ist wirklich ungerecht, doch wie will man so etwas für NICHTLESER verfilmen???? Mal abwarten, vielleicht kommt jemand auf eine gute Idee für ein Script, auch wenn es nie im Leben an das Buch herankommen würde, doch wenigstens würde die Grundidee bzw. der Begriff des Seins vermittelt werden. Allen Lesern wünsche Ich noch weiterhin so viele gute Bücher und ein Leben mit Menschen die genauso denken. Grüße, ChrisBis zum nächsten mal.P.S. Ach Rechtschreibfehler entdeckt, natürlich dürfen alle gefundenen Fehler behalten werde. Viel Spass damit.

Sich selbst in Frage stellen - Viele wichtige Aspekte wurden von anderen Rezensenten bereits genannt. Erich Fromm stellt in seiner Synthese viele wichtige Zusammenhänge dar, über die es sich lonht, weiter nachzudenken. Hierzu gehört vor allem der Blick auf die eigene Person. Wie in einem übergrossen Spiegel wird einem bewusst gemacht, dass die eigene Sozialisation nahezu ausschließlich von der Haben-Seite geprägt wurde. Diese individuelle Perspektive erweitert sich in Fromms Werk hin auf alle Dimensionen und Schwierigkeiten des menschlichen Zusammenlebens. Schliesslich mündet seine großartige Analyse in konkreten Vorschlägen zur Humanisierung der Profitgesellschaft, ohne in die Ideologie-Falle zu treten. Unbedingt lesen und wirken lassen!

Ein sehr gutes Werk, trotz kleiner Unstimmigkeiten - Zugegeben, ich habe so meine Probleme mit den Schriften von Erich Fromm.Zu oft heißt es hier entweder oder, so auch in diesem Buch. Entweder Haben (was ganz schlecht ist) oder Sein (was zumindest erstrebenswert ist). Die Lebensweise des Habens entspricht der Destruktivität oder dem Nekrophilen, die des Seins hingegen der Lebendigkeit oder Biophilie. Es ist manchmal schon erstaunlich, auf wie wenige Konzepte Fromms Analysen zurückgeführt werden können. Aber wahrscheinlich ist auch das ein Grund dafür, dass seine Schriften anziehend sind und einleuchten. Im Gegensatz zu manch anderem seiner Werke, insbesondere der Kunst des Liebens, gefällt mir Haben oder Sein aber doch recht gut. Fromm liefert interessante Denkansätze, die man im alltäglichen Leben auch überprüfen kann. Als Beispiel sei hier die Tendenz unserer Sprache aufgeführt, Verben (die nach Fromm lebendige Sprache und somit der Kategorie Sein zuzuordnen sind) in Substantive oder Adjektive umzuwandeln. Das hat mich wirklich beeindruckt, da dies schon so selbstverständlich ist, dass man von selbst kaum darüber nachdenkt. Ich habe geliebt, oder ich habe Liebe gehabt, der Unterschied ist frappierend und dadurch, dass unsere Worte bzw. Definitionen Realitäten erzeugen, auch bedeutsam.Kritik muss ich aber dann doch loswerden. Zum einen lassen sich die Kategorien Haben und Sein nicht so sauber trennen. Zum einen HABE ich einen Körper, zum anderen BIN ich aber auch ein Körper. Spitzfindigkeiten? Vielleicht, aber sind wir nicht alle, die wir am Sein orientiert sein wollen, nicht auch dem Haben verfallen? Gehört nicht beides zu den Bedingungen unseres Lebens, nicht als einander ausschließende Kategorien, sondern als beständige Herausforderung, die wir in jeder Minute meistern müssen? - Keiner von uns Normalsterblichen ist eben erleuchtet, keiner ist Buddha, keiner Jesus - und keiner von uns wird es jemals sein.Dennoch ein sehr gutes und klärendes Werk, neben der Anatomie der menschlichen Destruktivität ein Highlight im Werk Fromms.




Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft